Brooklyn United brennt im Stadtderby – starke Leistung bleibt am Ende unbelohnt
- vor 9 Stunden
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Volle Halle, Derbyflair, 950 Zuschauer in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle – der Rahmen für das zweite Erlanger Stadtderby zwischen Brooklyn United und dem HC Erlangen II hätte kaum besser sein können. Tabellenzweiter gegen Tabellen-13., Favoritenrolle klar verteilt – doch Derbys schreiben bekannterweise ihre eigenen Gesetze.

Diszipliniert, geduldig, mit starkem Rückhalt im Tor
Von der ersten Minute an entwickelte sich ein schnelles, intensives Spiel, in dem beide Teams ihr Tempo suchten und kaum voneinander abfielen. Es ging Schlag auf Schlag, schnelle Mitte, konsequente erste und zweite Welle auf beiden Seiten. Nach elf Minuten stand es folgerichtig 8:8 – kein Team konnte sich zunächst absetzen. Was dann folgte, war eine der stärksten Phasen von Brooklyn in dieser Saison. Der Innenblock arbeitete extrem kompakt, verschob gut im Verbund und zwang den HC immer wieder in schwierige Abschlüsse. Dahinter erwischte Torhüter Philippe-Louis Golla einen Sahnetag – unter anderem mit zwei gehaltenen Siebenmetern, die der Halle zusätzliche Energie gaben. Im Angriff spielte United geduldig und variabel. Die Angriffe wurden sauber ausgespielt, die Entscheidungen waren klar, die Wurfchancen gut vorbereitet. So konnte sich Brooklyn bis zur 26. Minute auf 17:14 absetzen. Doch der Favorit blieb dran. Kleine Unsauberkeiten in den letzten Minuten vor der Pause nutzte der HC Erlangen II konsequent aus und verkürzte bis zum Halbzeitpfiff auf 18:17. Ein Spiel auf absoluter Augenhöhe – intensiv, emotional und mit allem, was ein Derby braucht.
Kampf, Führungen – und eine dramatische Schlussphase
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gäste den besseren Start. Mit hoher Dynamik und konsequenter Chancenverwertung drehten sie das Spiel auf 20:22 (34. Minute).
Doch United zeigte Charakter. Statt einzubrechen, wurde das Tempo erneut erhöht, defensiv aggressiver verteidigt und im Angriff wieder mit mehr Klarheit gespielt. Es entwickelte sich ein echter Fight – jede Führung wurde sofort beantwortet, jede Aktion war umkämpft. Brooklyn brachte sich wieder in Front und führte in der 46. Min 30:28. Die Halle stand. Die Energie war spürbar. Über 36:32 (53. Minute) und 37:34 (57. Minute) schien United endgültig auf die Siegerstraße einzubiegen.
Doch dann kam die spielentscheidende Phase. Zwei Zeitstrafen in den letzten drei Minuten führten zu einer doppelten Unterzahl. Der HC stellte offensiv auf Manndeckung um, erhöhte den Druck massiv. In dieser Stresssituation schlichen sich technische Fehler ein, Ballverluste folgten und die Gäste nutzten das eiskalt. Ein 4:0-Lauf in den Schlussminuten drehte die Partie komplett.
Mit dem Schlusspfiff stand ein bitteres 37:38 auf der Anzeigetafel.
Dieses Derby hat gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt.
Und eines bleibt ohnehin: Die Stimmung, die Unterstützung von den Rängen.
Danke an alle Fans für diesen Hexenkessel am Valentinstag.
Jetzt heißt es: Faschingspause nutzen, regenerieren – und dann mit voller Energie in die nächsten Aufgaben.
TV 1861 Erlangen-Bruck:
Moritz Meyer, Philippe-Louis Golla; Jonas Poser (11), Lasse Schmid (7), Julian Mangen (4), Philipp von Alvensleben (3), Sebastian Walz (3), Ferdinand Neuß (2), Jan Lukas Hermann (2), Lorenz Maidl (2), Christian Steinmann (1), Steffen Banik (1), Jens Schindler (1), Sebastian von der Burg (1), Tom Hartmann, Benjamin Beyer




